StuttgarTango Kolumne

 

 

 

Also mal von vorn. Oder zumindest zurück zu dem Zeitpunkt, als mein Magazin StuttgarTango das erste Mal 'On Air' ging. Angefangen hat es tatsächlich mit einem abgelehnten Bericht für ein Magazin. Ich berichte seit Jahren für verschiedene Zeitungsverlage. Heute hauptsächlich für den Stuttgarter Zeitungsverlag. Und: ich schreibe für euch/sie und für mich - in meinem Magazin.


Ich liebe meine Arbeit. Die Kommunikation, die Begegnung mit Menschen. Das Auseinandersetzen mit Geschichten, mit Biographien. Dieses Eintauchen in die Leben der anderen. Dabei ist es mir wichtig immer ehrlich zu sein. Ich bin nicht interessiert an Themen, die mir mein Gegenüber nicht erzählen mag. Reisserische Headlines gibt's bei mir nicht. Schon gar nicht, frei erfundene. Und doch reizt es mich natürlich, etwas von meinem Gegenüber zu erfahren. Etwas, was noch nicht die Kreise durch alle möglichen Medien gezogen hat.


Schon sind wir bei Film und Fernsehen angelangt. Hierfür schlägt mein Herz ebenfalls. Dabei meine ich das ganze Filmgeschäft. Meine Tochter, ebenfalls infiziert, betrachtet das Business rund um den Film von einem anderen Gesichtspunkt. Trotz Journalismusstudium befragt sie Schauspieler nicht, sie ist vielmehr Teil der Crew. Vor der Kamera. In den verschiedensten Produktionen, wie beispielsweise "Tatort Stuttgart".


Hinter die Kulissen schauen reizt. Gespräche mit Filmschaffenden, Akteuren, Machern, Schauspielern und Musikern. Musik. Ich bin mit dem Jazz aufgewachsen. Meine Tochter, by the way, ja irgendwie auch.


Ich liebe den Tango Argentino. Piazzolla. Diese Mischung zwischen Jazz und Klassik. Musik - welch berührende Zugabe des Lebens. 


Mein damals abgelehnter Bericht also: Er hatte mit dem Tango Argentino zu tun. War für ein Tangomagazin gedacht. Nicht der erste Bericht, den ich für das Magazin schrieb. Ich hatte eine feste Zusage, ja. Doch was heißt das schon in der heutigen Zeit. Der Tango – mein Tango. Eine Leidenschaft. Meine Leidenschaft. Mein Bericht. Ich wollte ihn nicht einfach fallen lassen.


Ich gründete mein Magazin. Der Name stand irgendwie sowieso schon fest. Vielleicht hab ich ihn mir erträumt.


Und jetzt auch noch eine Kolumne. Warum? Nun, ich denke, ich möchte mit meiner Kolumne meinem Magazin gerne ein persönlicheres Gesicht geben. Mein Gesicht. Meine Erlebnisse hinter dem Erlebten. Die Geschichte hinter den Geschichten. Etwas ungewohnt. Aber doch irgendwie auch reizvoll. 




Und da ist sie

Die erste Kolumne



Ein bisschen Extra-Selfie-Zeit


Es ist 12 Uhr am Mittag. Aufgestanden bin ich heute schon um 5.30 Uhr. Und das als Nachtmensch. Eigentlich geh ich vor 3 Uhr nicht ins Bett. Ich liebe diese sinnliche Zeit nach Mitternacht. Diese besondere Stille. Jetzt lässt es sich ganz wunderbar schreiben. Musik hören - Musik in deser Stille gehört, ein ganz besonderer Genuss. Melancholie begleitet mich ....


Doch, weiter geht's. Es war also eine kurze Nacht. Und ein langer Weg. Über die Autobahn von Stuttgart nach Köln. Der Grund: "Merz gegen Merz", die neue achtteilige ZDF Comedyserie. Vorgestell - nun ja, in Köln.


Draußen ist es dunkel. So kenne ich die Welt nicht. Ein Sonnenaufgang – na, ja. Der fehlte heute natürlich irgendwie. Es regnet. Die Preview und das kurze Pressegespräch - gelaufen. Ich bin im Foyer des Hotels. Vor mir mein PC.  Ich warte auf meine Interviews. Meine Interviewpartner, die Schauspieler Annette Frier und Christoph Maria Herbst. Wie sie ticken, konnte man schon im Pressegespräch etwas ausloten. Mit dabei auch der Autor der Serie, Ralf Husmann sowie der Unterhaltungschef des ZDF Dr. Oliver Heidemann. Und natürlich jede Menge Medienvertreter.


Das Catering des ZDF verkürzt den Wartenden die Zeit. Insgesamt vier Stunden wird es dauern, bis ich in eines der Interviewzimmer geführt werden würde. Ich war schon einmal hier in Köln im Hotel 'Im Wasserturm'. Damals beim ZDF Pressetag. Meine Gesprächspartner, Anna Loos und Leonard Lansink.


Normalerweise nutze ich die Zeit zwischen den Interviews und geh raus in die City. Doch das Wetter heute macht es mir unmöglich. Es stürmt und regnet wie wild. Da hätte nicht mal 'Drei Wetter Taft' meine Haare zusammen halten können. Klar, es geht nicht um einen Modeauftritt. Vom Catwalk bin ich sowieso weit entfernt. Ich hab nicht die Körpergröße dazu. Die Körpermaße auch nicht. Aber das muss ich an dieser Stelle ja nicht unbedingt ausarbeiten. Also blieb ich im Hotel.


Fürs Interview hab ich mich für ein Doppelinterview entschieden. Meine Überlegung – ein gewisser 'Drive' der doch entstehen müsste zwischen den beiden Akteuren als Antwortende und mir als Fragende. 'Drive' hatten wir. Alle drei. Oder soll ich sagen – alle sechs? Waren doch noch drei weitere Medienvertreter im Raum als ich ihn betrat. So wurden kräftig noch Abschluss-Selfies aufgenommen. Er mit ihr. Sie mit ihm. Die beiden mit dem einen. Und überhaupt. Irgendwie alle zusammen. Bis wir endlich sitzen vergehen noch ein paar Selfie-Minuten. Doch dann ist es soweit.


Neben mir Christoph Maria Herbst. Was für ein Mann. Ich muss schon sagen. Da schwappt schon was rüber. Von diesem Charme. Er sieht gut aus. Dunkel gekleidet, mit einem hellblauen Schal um den Hals gewickelt und der schwarz gerahmten Brille. Seine Augen fesseln mich. Ein interessanter Charakter. Dann diese Komik, die ihn irgendwie begleitet, ihn umgibt. Die man aber vielleicht auch einfach von ihm erwartet. Doch er erfüllt sie, die Erwartungen seines Gegenübers. Dabei ist er schlagfertig. Nichts ist gekünstelt. Nichts vorab durchdacht. Es sprudelt einfach aus ihm. Das ist etwas, was ihm mitgegeben wurde. Das hat er wohl in die Wiege gelegt bekommen, wie man so schön sagt. Neben Christoph Maria Herbst, und mir gegenüber, Annette Frier. Sympathisch, offen, nahbar. In jeder Sekunde authentisch. Eine tolle Frau. Stark und doch auch sensitiv. Annette Frier tanzt Tango Argentino. Für 'Müttermafia' hat sie extra ein paar Tangostunden genommen.  


Ich starte mit meinen Fragen die ich mir im Zuge meiner Recherche notiert habe. Mit dem Beginn des Gesprächs, schmeiß ich sie dann doch nochmal um. Ändere den Fragenablauf  und beginne mit dem Tango. Es war mir danach. Und ich dachte, es bot sich an. Zum 'Eisbrechen' waren sie jedenfalls nicht nötig. Wir hatten ja den 'Drive'.


„Ich glaube fast, dass jetzt eine Frage kommt, die sie heute vielleicht noch nicht gehört haben“, mein Intro.  „Auf jeden Fall nicht in so einem charmanten Akzent“, wirft Christoph Maria Herbst ein. Wo er zumindest recht hat – meine schwäbische Herkunft lässt sich weder verleugnen noch verbergen. So nahm es seinen Lauf, das schwäbisch geführte Interview. Fünfzehn gemeinsame Minuten hatten wir. Wir lachten, unterhielten uns, tauschten Informationen aus. Und, wir hatten natürlich noch: Ein bisschen Extra-Selfie-Zeit.


Danke für diese wundervolle Begegnung Christoph Maria Herbst und Annette Frier. It was a pleasure.


P.S.: Das Interview gibt es zeitlich passend zur Comedyserie

"Merz gegen Merz" läuft an Ostern im ZDF.    

 

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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